Liebe im Doppelpack

Noch vor kurzem habe ich am liebsten richtig dicke Bücher gelesen. Konnte ich so richtig eintauchen in ein Buch, dann sollte es nie enden. Inzwischen lese ich auch gern dünne Bücher. Die Zeiten sind anstrengend, der Kopf ist nicht mehr ganz so frei und im Alltag wird die Zeit zum Lesen irgendwie immer knapper. Darum halte ich inzwischen öfter nach schmalen Büchern Ausschau. Zwei besonders tolle Bücher zum wegschmökern möchte ich heute hier vorstellen. Zwei Bücher über die Liebe, die uns am Ende mit guten Gefühlen zurücklassen und die inzwischen zu meinen Lieblingsbüchern gehören.

In Mit uns wäre es anders gewesen und Bevor wir uns vergessen von Éliette Abécassis begegnet uns die Liebe – einmal als Erinnerung, die sich dem Vergessen widersetzt, einmal als Möglichkeit, die ungelebt bleibt. Während die eine Geschichte fragt, was von der Liebe bleibt, wenn das Leben weiterzieht, kreist die andere um das schmerzhafte „Was wäre gewesen, wenn“. Gemeinsam entfalten beide Romane ein vielschichtiges Bild der Liebe: zart und fragil, verpasst und doch unauslöschlich.

Buch "Bevor wir uns vergessen" liegt auf einem Tisch

Mit uns wäre es anders gewesen

In Mit uns wäre es anders gewesen erzählt Éliette Abécassis die Geschichte von Amélie und Vincent. Die beiden treffen sich in jungen Jahren an der Sorbonne in Paris. Aus tiefen Blicken wird eine Nacht, in der sie an der Seine entlangspazieren. Im Morgengrauen verabreden sie sich für den nächsten Tag. Vincent kommt, Amélie nicht. Zerfressen von Unsicherheit befürchtet sie, Vincents Interesse könne nicht ernst gemeint sein. Als sie schließlich doch zum Treffpunkt eilt, ist Vincent fort. Jahre vergehen, Vincent und Amélie erleben andere Leidenschaften und andere Ernüchterungen. Sie gehen Ehen ein, bekommen Kinder und warten auf ein Familienglück, das sich nicht einstellt. Der Zufall und später das Internet führen die Wege der beiden über den Verlauf von dreißig Jahren immer wieder zusammen. Mittlerweile steht jedoch etwas viel Größeres zwischen ihnen als Unsicherheit: das Leben.

Bevor wir uns vergessen

In Bevor wir uns vergessen erzählt Éliette Abécassis die Geschichte von Alice und Jules, ihrer  jahrzehntelangen Liebe voller gestillter und ungestillter Sehnsüchte. Eine mitreißende und berührende Erinnerung daran, dass es die dauerhafte Liebe – gegen alle Widerstände – doch geben kann. Alice und Jules sind fünfundachtzig Jahre alt. Sie treffen sich auf einer Bank im Jardin du Luxembourg, Kinder spielen vor dem Bassin, ein Sonnenstrahl bricht durch das Laub der Bäume. Ist es ein Déjà-vu? Denn das, was sie jetzt zu vergessen drohen und was vor sechzig Jahren begann, nahm hier seinen Anfang: ihr gemeinsames Leben. In ihrem neuen Roman dreht Éliette Abécassis die Zeit zurück, Schritt für Schritt erzählt sie die Geschichte von Alice und Jules vom Ende bis zum Anfang. Alter, Routine, Affären, Eifersucht, Eltern werden, Heirat, Leidenschaft: All das haben die beiden vor der Kulisse von Paris und den großen historischen Umbrüchen der letzten Jahrzehnte miteinander erlebt. Dieses hoffnungsvolle und zärtliche Buch fragt, wie Liebe bestehen kann und was uns zusammenhält.

Lest ihr lieber dicke oder dünne Bücher? Habt ihr auch Lieblingsbücher, die ihr gern weiter empfehlen könnt?

Claudia Böhme - Buchhaltung und Social Media

Claudia Böhme

Moin, ich bin Claudia und Bücher spielen in meinem Leben schon immer eine große Rolle. Ich lese gerne Frauenromane, Krimis und Biografien. Meine Lieblingsautor:innen sind Andrej Kurkow, Alina Bronsky, Brigitte Reimann, Tove Ditlevsen, Anne B. Ragde, Éliette Abécassis, Henning Mankell und noch einige mehr. Und eines meiner Langzeitlieblingsbücher ist die Legende von Paul und Paula.

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